Der Judenfriedhof in Hachenburg
Der Judenfriedhof in Hachenburg liegt am Ende des Dehlinger Weges und wurde erstmals 1587 als Judenkirchhof erwähnt. Noch heute sind 83 Gräber zu finden, darunter auch Doppelgräber. Die meisten der noch erhaltenen Grabstätten wurden vom Wilhelm Sax angefertigt.
Alle jüdischen Friedhöfe liegen außerhalb der Städte, diese Lage lässt sich mit der Weisung erklären, dass sich die Lebenden nicht mit den Toten innerhalb der Stadtmauern aufhalten dürfen.

Das neue Tor zum Judenfriedhof

Gräber
Ein Jüdisches Grab ist für die Ewigkeit gedacht, genannt auch „ Haus der Ewigkeit „ !
Das Grab wird nicht eingeebnet, nur der Stein bleibt stehen. Um Platz zu sparen, wurde je eine Schicht Erde nach der anderen angehäuft und die Toten einen über den anderen bestattet. Diese Art der Bestattung hängt mit dem jüdischen Glauben zusammen.

Mauerbegrenzung des Friedhofs

Alter Grabstein
Geschichte der Judenfriedhöfe Quelle Wikipedia
Während die Aschkenasim (deutschstämmige und osteuropäische Juden) aufrechte Steine an ihre Gräber stellten, bestatteten die Sephardim (portugiesische und spanische Juden) ihre Toten unter flachliegenden Grabplatten oder Zeltgräbern. In Mittel- und Osteuropa sind überwiegend aschkenasische Bestattungsarten verbreitet. Vereinzelt finden sich dort auch jüdische Friedhöfe, die außer einem aschkenasischen Teil auch einen sephardischen Teil beinhalten wie zum Beispiel der Jüdische Friedhof in Hamburg-Altona. Anfangs wurden die Toten nach Jerusalem ausgerichtet, diese Tradition wird seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr durchgesetzt.
Insbesondere wurden die Grabsteine (Mazevot) ab der Zeit der Haskala nicht nur in hebräischer Sprache beschriftet, sondern auch in der jeweiligen Landessprache. Letzteres geschah in der Regel auf der Rückseite des Grabsteins. Eine weitere Besonderheit bestand darin, dass auf der hebräisch beschrifteten Seite des Grabsteins nicht nur der Name des Toten selbst genannt wurde, sondern auch der Name seines Vaters. Dies stellt heute für die genealogische Forschung einen unschätzbaren Wert dar. In der Zeit der Haskala wurden in Anlehnung an die christliche Tradition Familiengräber mit aufwändiger gestalteten Grabsteinen und sogar Mausoleen für Familien errichtet.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden zahlreiche jüdische Friedhöfe verwüstet.
